Eine Landschaft zum Verlieben
Im Süden Österreichs und im Norden von Kärnten gelegen, erstreckt sich der Nationalpark Nockberge mit seinen sanften Kuppen als einladendes Wandergebiet. Das milde und sonnenreiche Klima auf der Südseite der Alpen ist wie geschaffen für genussvolle Wanderungen. Herrliche Aussichten versprechen die Gipfelhöcker und Bergkämme, in deren abschüssige Flanken Felsen eingesprenkelt sind. Urige Almhütten und Buschenschanken erwarten die Gäste mit deftigen Jausen und der typischen Kärntner Gastfreundschaft. Der Wanderer kann sich hier an der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt erfreuen, über geologische Phänomene staunen, aber auch kulturhistorisch Interessantes entdecken. In kürzester Zeit tankt man neue Kräfte und vergisst den Alltagsstress. Tief durchatmen, den Blick über die traumhafte Berglandschaft streifen lassen und spüren, wie schnell man sich wohl fühlt. Die Nockberge sind ein Geheimtipp für Genießer und Entdecker und lassen an landschaftlichen Reizen und touristischer Vielfalt nichts zu wünschen übrig lässt.
© Foto: Bad Kleinkirchheim Tourismus
Die hier vorgestellten Routen führen durch meist alpines Gelände, daher ist Trittsicherheit und Fitness erforderlich. Die Touren starten größtenteils bei 1.500 bis 1.700 m und bringen Sie meist in Höhenregionen von ca. 2.000 Meter Seehöhe.
Am Ausgangspunkt des Nationalparks Nockberge, im sonnigen Erholungsort Innerkrems, liegt in 1.500 Meter Seehöhe Ihr Wanderhotel. Eingebettet in eine Landschaft voll Harmonie und Ruhe, ein idealer Ausgangspunkt für Ihre Wander- und Bergtouren.
Zu Beginn eine gemütliche Eingeh- und »Orientierungstour«. Ein schöner Forstweg windet sich in gemütlichen Kurven über die Kesselgrubalm nach oben. Zwischen Sommer und Herbst gehen Ihnen hier »die Augen über«, läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen: Erd-, Heidel-, Him- und Preiselbeeren verlocken im Überfluss. Nicht umsonst heißt dieser Weg bei den Einheimischen »der Beerenweg«! Ende Juni leuchtet der Almrausch samtig-rot zwischen Bäumen und Sträuchern, überall wuchern die kleinen Bergmargeriten, erhebt sich die blaue Glockenblume zwischen unzähligen anderen Blüten, die typisch sind für den Nationalpark Nockberge. Zur Jause lädt auf dem Weg nach oben die gemütliche Penker-Hütte ein; wer weiterwandert, ist bald darauf bei der Kesselgruben-Hütte angelangt. Von dort aus lassen sich die in den nächsten Tagen folgenden Höhenwanderungen mit den zu »erklimmenden« Gipfeln überblicken. Genießen Sie die herrliche Aussicht auf die Gipfel rund um Innerkrems, bevor Sie wieder ins Tal zurückkehren.
Mit dem Auto oder dem Bus von Innerkrems die Nockalmstraße bis zum Nockalmhof [1.673 m]. Durch lichten Wald steigen Sie ständig höher und gelangen bald zur Waldgrenze. Zwischen Almrosen auf den Peitlernock [2.244 m]. Ein wunderschöner Rundblick tut sich auf: Von der Nockalmstraße über viele Nocken, im Süden Teile der Karawanken und im Norden der Dachstein. Eintragung im Gipfelbuch - einen Gipfelstempel und etwas gegen Hunger und Durst. Ein kleiner Abstieg in die Senke und danach ein kurzer, steiler Anstieg auf den nächsten Nock. Herausforderung muss sein! Am Kamm mit herrlichem Panorama zum Pernaunock [2.292 m]. Im Talkessel beobachten Sie die Murmeltiere beim Spielen, im Westen grüßt die vergletscherte Hochalmspitze. Der Abstieg erfolgt zuerst vorsichtig über Steine, dann den breiten Rücken der Weißscharte [1.850 m] hinunter und über blühende Almwiesen ins Tal zurück zum Nockalmhof.
Der sagenumwobene Dreiländerberg [Königsstuhl Kärnten, Steiermark, Salzburg] ist ein Gipfel, dessen Ausstrahlung sich kaum jemand entziehen kann. Mit dem Sessellift schweben Sie auf den Grünleitennock: 2.130 Meter Höhe! Ganz in der Nähe haben die drolligen Murmeltiere ihre Bauten und machen »Männchen«. Die Königsstuhlscharte ist recht felsig und der Atem wird ein wenig kurz. Der Wind pfeift um die Ohren und in den Wadeln zwackt es, aber es lohnt sich. Sie haben es geschafft: 2.336 Meter, der Gipfelstempel beweist es. Das Gipfelkreuz ist mächtig, das Panorama überwältigend. Nach verdienter Jause geht es hinab zum Rosaninsee [2.050 m]. In seinen Buchten drängeln sich Kaulquappen und winzige Frösche. Es weiden Pferde und Rinder, irgendwo meckern Ziegen. Mächtige Zirben schlingen armdicke Wurzeln um Felsbrocken. Der Almrausch vermischt sich mit Heidelbeer und wildem Wacholder, und die eiligen Gewässer die von überall herzukommen scheinen, wirbeln buntschillernde, rundgeschliffene Steine mit sich. In Schönfeld [1.730 m] laden Mehrlhütte oder Zwergbirke zur Pause ein. Wer müde Beine hat, fährt mit dem Wanderbus zurück.
Sie marschieren durch alten, dichten Fichten- und Lärchenwald und vorbei an mächtigen Zirben. Unterwegs erfrischt ein munterer Bach mit seiner Kühle und bringt Sie rasch Schulteralm [1.870 m]. Zu schauen gibt es genug: Die sonderbar geformten, von Eis und Schnee abgeschliffenen Kalksteine im Gras, die vom Sanftrot der Almrosen überzogenen Hänge [Juni/Juli], die vom Sturm zersausten Lärchen, die rissigen Stämme der Zirben. Winzige Glockenblumen am Wegesrand. Sie durchwandern diese schöne, stille Landschaft und steigen hoch zur Weißscharte [2.050 m]. Wer hier leise ist, hört den Pfiff der Murmeltiere, das Krächzen der Alpendohle, das unaufhörliche Bimmeln der Kuhglocken. Auf nicht minder schönen Wegen geht es talwärts Richtung Innerkrems [1.480 m].
Kurzer Marsch zur Talstation »Blutige Alm«; bequem geht es per Sessellift bergwärts auf 2.000 Meter Seehöhe: Die Luft ist würzig und frisch. Gemütlich auf meist ebenem Weg zum Gipfel Gaipahöhe [2.192 m]. Überwältigend ist der Ausblick in alle Richtungen: Im Norden die Radstädter Tauern mit dem Kalkgipfel Dachstein, südlich der Rosennock, einer der höchsten »Nocke« im Nationalpark. Im Westen die Hochalmspitze in den Hohen Tauern, die mit ihren 3.360 Metern mächtig beeindruckt. Auf einem breiten Gratrücken zur Kameritzhöhe [2.167 m]; weite Kessel und einfache Almhütten fallen ins Blickfeld. Das Panorama noch immer beeindruckend. Eine letzte Steigung, dann geht es bergab; bald sind die Anderle-Seen in Sicht. Fünf sind es, einer davon recht groß, kalt und fischreich, lädt mit seinem felsig-grasigen Ufer zum Verweilen ein. Sie machen sich auf den Rückweg und lassen die Gipfel von Kameritz- und Gaipahöhe hinter sich. Der Abzweig »Blutige Almhütte« [2.000 m] verlockt zur kräftigen Jause. Sie wandern zurück ins Tal, oder schweben mit dem Sessellift bergab.
Mit dem Wanderbus fahren Sie frühmorgens zur Turracher Höhe [1.780 m]. Wanderschuhe geschnürt, Rucksack geschultert und los geht's. Der Kärntner Grenzwanderweg führt Sie zur Schafalm und weiter zur Winkleralm. An der Pregatscharte [1.900 m] machen Sie Rast, die Jause kommt gerade recht, das Auf und Ab in reiner Luft, das Schauen haben hungrig und durstig gemacht. Außerdem sind in diesem Alm- und Gipfelgebiet wunderschöne Natursteingärten mit beachtlicher Pflanzenvielfalt zu bewundern. Weiter geht es über den Schneegrubensattel, hier lassen sich noch Ende Juli Schneereste finden. Am Stangsattel [2.000 m] durchwandern Sie talwärts den grasigen, von zersausten Lärchen bestanden und kleinen Wasserläufen durchzogenen Stangboden. Ihr Ziel: Karlbad [1.700 m], ein traditionelles Bauernbad, dass noch heute genutzt wird. Naturgemäß packt hier jeden die Neugier und schaut in den Raum mit hölzernen Trögen, wo schon vor 300 Jahren Leute mit diversen Leiden auf die heilende Wirkung des mit heißen Bachsteinen erhitzten Wassers hofften. Von hier Rückfahrt mit dem Wanderbus nach Innerkrems.
Es heißt Abschied nehmen vom Nationalpark Nockberge, eine »Landschaft zum Verlieben«.
Reiseart
Einzelreise
Reisedauer
8 Tage / 7 Nächte
Reisetermine
täglich von Mai bis Oktober
Preis
ab € 385,— pro Person im DZ/HP