Traum und Wirklichkeit
Sardinien, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, ist ein Kontinent im Kleinen: Karibisch anmutende Küstenstraßen, türkisblaues Meer und weißer Sandstrand, kilometerlange Dünen, Pinienwälder, Felsformationen aller Größen, dürre Macchia, Korkeichen, einsamen Gebirgszüge und Schafweiden – jede Region hat ihre Eigenheiten. Die durchwegs sehr gut asphaltierten und meist sehr verkehrsarmen Straßen sind ein Traum für Radfahrer. Der großteils nur wenig verbreitete Tourismus sorgt dafür, dass es überall noch etwas zu entdecken gibt. Auf Ihrer Tour umrunden Sie in acht Tagen die ganze Insel. Sie starten im Nordosten, es geht vorbei an Flamingos und den bekannten Badestränden der Costa Smeralda und Cost Paradiso. Über die mittelalterlich-katalanische Stadt Alghero geht es weiter entlang der Steilküste nach Bosa und zur phönizischen Ausgrabungsstelle Tharros und vorbei am südlichsten Punkt zur Hauptstadt Cagliari und von dort nach Norden in die Berge. Über einsame Bergstraßen erreichen Sie Aritzo, Fonni und schließlich Dorgali und überqueren die höchsten Pässe der Insel. Die gute sardisch-italienische Küche sorgt überall dafür, dass Sie abends mit Genuss Ihre Kohlenhydratspeicher füllen können. Gibt es eine Stelle, an der eine bessere Saisonvorbereitung möglich ist?
© Foto: PEDALO Touristik GmbH
Es werden etwa 1.045 km und etliche Höhenmeter in 8 Fahrtagen bewältigt. Die Pässe auf Sardinien sind zwar nicht sehr hoch, an den Küsten müssen aber, durch das ständige Auf und Ab, stellenweise einige Höhenmeter überwunden werden. Die Straßen sind, bis auf ganz wenige Ausnahmen, sehr gut asphaltiert und hervorragend zu fahren. An manchen Küstenstreifen kann ein starker Wind die Fahrt entweder erschweren oder beschleunigen.
Um 9 Uhr Treffpunkt am Karlsruher Hauptbahnhof und Weiterfahrt im Kleinbus in Richtung Livorno [ca. 830 km]. Dort startet Ihre Fähre Richtung Sardinien. Übernachtung in Kabinen auf der Fähre. Ihr Fahrrad wird in einem speziell für Rennräder ausgerüsteten Anhänger transportiert.
Nach einem frühen Frühstück an Bord der Fähre [nicht inkl.] erreichen Sie um ca. 7 Uhr Golfo Aranci [bei Olbia]. Sie laden die Räder aus und starten in Richtung Norden. Entlang unzähliger Buchten und Badestränden geht es hügelig, mit einigen kleinen steileren Anstiegen und Abfahrten entlang der Costa Smeralda, vorbei an den bizarren Felsen des Capo d'Orso, über Palau bis zur nördlichsten Stadt Sardiniens: Santa Teresa di Gallura. Am Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, die Granitwildnis der Halbinsel Capo Testa zu besuchen oder in der Ortschaft, in Sichtweite zu Korsika, in einem Café zu entspannen.
Es geht die Costa Paradiso entlang. Sie passieren unzählige einsame Sandstrände, Pinienwälder und die eindrucksvolle genuesische Stadt Castelsardo, bevor Sie Porto Torres erreichen. Weiter ins Landesinnere geht es bis zur mittelalterlichen Festungsstadt Alghero, die jahrhundertelang spanischer Brückenkopf auf Sardinien war und deren Altstadt noch sehr eindrucksvoll von dieser Zeit zeugt. Ihr Hotel liegt in der Nähe der Altstadt und Sie können abends nach Lust und Laune die Stadt besichtigen.
Die einsame Straße entlang der Steilküste südlich Algheros gehört zu den schönsten Strecken der Insel. Ständig auf und ab geht es ohne jegliche Ortschaft bis zum malerischen Fischerdorf Bosa, das am einzigen schiffbaren Fluss Sardiniens liegt. Mit etwas Glück können Sie die letzten Gänsegeier Italiens über sich fliegen sehen, die hier am Capu Maragiu nisten. Nach Bosa steigt die Straße bis nach Cuglieri auf knapp 500 m Meereshöhe an und Sie müssen Ihre erste längere Steigung überwinden. Steil bergab geht es bis zu Ihrem Hotel im Landschaftsschutzgebiet auf der Sinis Halbinsel. Wer möchte, kann am späten Nachmittag in Tharros die Ausgrabungen der größten phönizisch-römischen Hafenstadt Sardiniens besichtigen.
Durch Arborea, dem wichtigsten Landwirtschaftsgebiet, geht die Straße schnurgerade und flach vorbei an Wiesen, Feldern und Bauernhöfen, bevor Sie in den »Iglesiente« Gebirgszug kommen und nach Arbus auf 500 m Höhe »klettern« müssen. Wieder hinunter zum Golf von Buggeru bietet sich ein phantastisches Panorama: Eine der schönsten Buchten mit kilometerlangem Strand und bis zu 15 m hohen bewachsenen Dünen. Weiter auf einsamer schöner Strecke wieder hinauf zur Hauptstraße und weiter bis zur Industriestadt Portoscuso. Ein schönes Hotel mit herrlicher Aussicht aufs Meer wartet auf Sie am Rande von Portoscuso.
Vorbei and den Industrieanlagen kommen Sie schnell wieder die weniger befahrenen Straßen entlang des Golfo di Palmas mit Sicht auf die Isola di San'Pietro und die Halbinsel San'Antioco. An der Costa del Sud erreichen Sie den südlichsten Punkt der Insel. Einsame Straßen mit kurzen steilen Anstiegen, unberührte Berglandschaft, phantastische Dünenstrände und zuletzt ausgedehnte Pinien– und Eukalyptuswälder bringen Sie bis ins Verkehrsgewühle der Hauptstadt Cagliari. Ihr Hotel liegt am Stadtrand und Sie haben die Möglichkeit, abends zu Fuß die Stadt zu besichtigen und durchs Hafenviertel, oder die Einkaufsstraße Via Manno zu schlendern.
Hinaus aus dem Verkehr von Cagliari geht es Richtung Norden auf kleinen Nebenstraßen durch teils hügeliges Flachland, völlig abseits von touristischen Wegen, bis Barumini. Dort steht die große Nuraghenburg Su Nuraxi, die als bedeutendste nuraghische Anlage Sardiniens gilt. Ab hier steigt die Straße stetig an. Sie erreichen die kleine Ortschaft Laconi in nuragenreicher Umgebung. Langsam wird es kurviger und es beginnt der Anstieg ins Gennargentu Massiv und vor dem Bergdorf Aritzo muss der Ortuabis Pass mit 830 m Höhe überwunden werden.
Inzwischen sind Sie »eingeradelt« und können heute zu Ihrer Königsetappe durch die Berge und über die höchsten Pässe Sardiniens starten. Zuerst bergab bis Desulo geht es dann auf 1.245 m zum Pass »Arcu de Tascussi« und wieder hinunter nach Fonni, dem höchstgelegenen Dorf der Insel [980 m], und schließlich, nur wenige Meter höher, über den höchsten Pass Sardiniens, den »Arcu Correboi« mit 1.246 m. Vorbei am einzigen Skigebiet und dem höchsten Berg der Insel bringt Sie eine einsame, bizarre und unbeschilderte Bergstraße über ein Hochplateau wieder zurück zur Küstenstraße. Sie passieren karge Geröllhalden und die Felswände des Supramonte und Gennargentu. Die Strecke ist völlig unbesiedelt. Nur Hirten, Schafherden und Schweinefamilien kreuzen die Straße. Auch weiter an der Küste nimmt die eindrucksvolle Gebirgslandschaft kein Ende und der »Genna Silana« mit 1.017 m Höhe ist noch zu überwinden, bevor es rasant bergab bis Orosei geht, wo Sie die Nacht verbringen werden.
Ihr letzter Radeltag bringt Sie nochmals ins Landesinnere zu den dolomitenähnlichen Zinnen des Monte Albo. Eine kleine, fast unbefahrene Straße schlängelt sich in Serpentinen bis auf 830 m Höhe, vorbei am »weißen Berg« durch Macchia und Erdbeerbäume. Schließlich erreichen Sie wieder die Küste und es geht entlang des Golfes von Olbia und dessen Badeorte bis zur Hafenstadt. Auf den letzten 20 km bis Golfo Aranci ist noch ein kleiner Anstieg zu überwinden, doch dann haben Sie die Insel umrundet und können mit einem Glas Wein Ihren Triumph feiern. Später haben Sie noch genügend Zeit, die Hafenstadt Olbia zu besichtigen, bevor die Fähre um 23 Uhr Richtung Festland startet. Übernachtung in Kabinen auf der Fähre.
Ankunft um etwa 7 Uhr in Livorno und Weiterfahrt per Bus nach Karlsruhe [ca. 830 km].
Reiseart
Gruppenreise
Reisedauer
10 Tage / 9 Nächte
Reisetermine
Freitag, den 18.04.2008
Preis
ab € 1.299,— pro Person im DZ/HP